Suedamerika II: Montevideo - Alcantara Belém - Assis Brasil  Peru - Bolivien Chile - Argentinien Brasilia - Montevideo  Route6 Route7 Route8

 

Unterwegs in Amazonasgebiet

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Catedral da Sé Historische Fischmarkthalle in Belém Hier wird Fisch getrocknet

In Belém erreichen wir die Mündung des Amazonas. In der Altstadt zeugen u. a. die schöne Catedral da Sé, die historische Fischmarkthalle, das Teatro da Paz (Opernhaus) sowie einige mehr oder weniger renovierungsbedürftige Hausfassaden vom Wohlstand der Stadt in der Zeit des Kautschukbooms am Ende des 19. Jahrhunderts.

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Im alten Fischhafen von Belém Frischen Fisch gibt es hier auch reichlich ... ... und allerlei Kräuter aus dem Urwald

Nach einem Rundgang durch die Altstadt kaufen wir noch etwas Proviant für die nächsten Tage ein. Da eine Überfahrt nach Macapá auf der Fähre nur für normale Pkw (Höhe) möglich ist, müssen wir im Hafen nach einer Mitfahrgelegenheit auf einer Barge suchen. Wir werden relativ schnell fündig und können noch am selben Abend starten.

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Teatro da Paz in Belém erbaut 1869-74 Unsere Barge für die Weiterfahrt nach Macapá Unser Toyota steht hier in der 1. Reihe (ganz vorn)

Wir fahren als letztes Fahrzeug auf die Barge und stehen somit ganz vorn. Da wir hier Camping an Bord machen können, gestaltet sich die Überfahrt recht bequem. Nur beim nächtlichen Gang zur Toilette am anderen Ende der Barge muss man etwas aufpassen, dass man nicht über Bord geht.

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Die Verpflegung an Bord ist gut Mittags ist es mit Schatten nicht weit her Mit Tropenholz beladene Barge

Während der 36-stündigen Fahrt wird der Amazonas manchmal so breit, dass überhaupt kein Ufer mehr zu sehen ist. Bei der Fahrt durch den Furo do Tajapuru (Kanal), der die riesige Ilha de Marajó (50.000 qkm) vom Amazonas trennt, genießen wir den Ausblick auf ursprünglichen Amazonas-Regenwald. An den Ufern gibt es immer wieder kleine Ansiedlungen oder einzelne Häuser zu sehen.

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Besiedlung am Amazonasufer Kinder rudern zur Barge Schöner Regenwald am Amazonasufer

Nach ca. 560 km erreichen wir am übernächsten Morgen wohlbehalten Porto Santana, den Hafen von Macapá. Da es hier keine Formalitäten zu erledigen gibt, können wir uns direkt auf den Weg zur französischen Grenze begeben.

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Ankunft in Porto Santana Straße von Macapá nach Oiapoque, die auf ca. 100 km noch Erdpiste ist

Bei der Einreise nach Französisch Guyana werden wir von den französischen Grenzbeamten aufgrund unseres EU-Nummernschildes und unserer Pässe quasi durchgewunken und in Frankreich willkommen geheißen.

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Frankreich in Südamerika Historisches Gebäude in Cayenne In Cayenne

In Cayenne, der Hauptstadt von Französisch-Guyana, besorgen wir uns das Visum für Surinam und machen eine kleine Stadtrundfahrt an den wenigen noch vorhandenen historischen Gebäuden vorbei.

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Fähre von St. Laurent du Maroni nach Albina St. Peter & Paul Kathedrale in Paramaribo Im Innern der Kathedrale

Am nächsten Morgen setzen wir von St. Laurent du Maroni aus mit der Fähre nach Albina in Surinam über. Gegen Mittag erreichen wir Paramaribo, die Hauptstadt des Landes. Hier besorgen wir uns zuerst eine Kfz-Versicherung für Guyana und schauen uns dann die vielen schönen historischen Gebäude an. Besonders beeindruckt uns die St. Peter & Paul Kathedrale - eines der größten Holzbauwerke Amerikas.

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Historische Wohnhäuser Volksmusikschule Präsidentenpalast 

Neben Kirchen, Hindutempeln und Synagogen beherbergt Paramaribo auch zahlreiche Moscheen, von denen die meisten allerdings wesentlich kleiner sind als die Hauptmoschee in der Keizerstraat. Die Landschaft in Surinam ist von Kanälen, Reis- und Zuckerrohrfeldern geprägt.

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Hauptmoschee von Paramaribo Typische Landschaft an den Kanälen in Surinam Fähre von South Drain Canawaima nach Guyana

Mit einer weiteren Fähre gelangen wir von Surinam nach Guyana (Moleson Creek), wo wir als erstes unser ehemaliges Baustellen-Camp in Onverwagt ansteuern, in dem wir 2003 gelebt und gearbeitet haben. Wir haben Glück und finden jemanden, der uns den Zurtritt zum Gelände ermöglicht. Während die damals schön renovierten Camphäuser scheinbar dem Tropenklima überlassen werden, wird die ehemalige Werkstatthalle wohl als Abstellplatz für Baumaschinen genutzt.

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Lotusblüten im Straßengraben Unser ehemaliges Haus in Onverwagt Am Strand in der Nähe von Mahaicony

Nach einer Übernachtung am Strand in der Nähe von Mahaicony schauen wir uns am nächsten Morgen die Brücken von Mahaiony und Mahaica an, die damals wesentlicher Bestandteil des Brücken-Rehabilitierungsprojektes waren.

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Alte Brücke von Mahaicony Neue Brücke von Mahaicony Ehemaliges DYWIDAG Office in Georgetown

Danach geht es weiter in die Hauptstadt Georgetown, wo wir bei unserem ehemaligen Office vorbeischauen, das zurzeit zwar leer steht, aber immer noch in sehr gutem Zusand ist. Mittags kehren wir noch im Palm Court ein, das 2003 unser Stammlokal war. Bei einem Bekannten von damals, der immer noch in Georgetown lebt, finden wir einen ruhigen Stellplatz und erfahren viel über die zwischenzeitliche Entwicklung des Landes und den aktuellen Zustand.

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Georgetown aus der Luft Anflug auf den Kaieteur-Fall Kaieteur-Fall

Da wir es 2003 nicht geschafft haben, holen wir jetzt den Besuch des Kaieteur-Wasserfalls nach, der mit einer Höhe von 226 m zu den höchsten Wasserfällen Amerikas gehört. Der einstündige Anflug mit einer kleinen einmotorigen Propellermaschine gestaltet sich aufgrund des schlechten Wetters etwas ruppig. Wenn die Sicht es zulässt, haben wir allerdings einen tollen Ausblick auf den schier endlosen Regenwald, in dem aber auch hier vorallem Goldsucher Inseln der Zerstörung hinterlassen.

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Aussichtspunkt am Kaieteur-Wasserfall Blüten im Regenwald Auf der Urwaldpiste nach Lethem

Von Georgetown aus machen wir uns über die Urwaldpiste nach Lethem auf den Weg an die brasilianische Grenze. Während wir die Strecke Onverwagt - Lethem Weihnachten 2003 noch in gut 10 Stunden bewältigen konnten, ist die Piste mittlerweile in einem derart schlechten Zustand, dass wir mit unserem Toyota 1,5 Tage bis nach Lethem brauchen.

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Brückenbaustelle auf der Piste Fähre in Kurupukari über Essequibo An der Urwaldpiste nach Lethem

Nachdem wir an einer "Brückenbaustelle" knapp eine Stunde warten müssen, bis die dicken Baumstämme so mit Erde präpariert sind, dass wir darüber fahren können, erreichen wir abends doch noch rechtzeitig die Fähre über den Essequibo-Fluss. Zirka eine Stunde vor Lethem endet der Urwald abrupt und vor uns liegt die savannenartige Landschaft des Rupununi.

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Blütenpracht im Urwald Im Rupununi Im Rupununi

Kurz hinter Lethem überqueren wir den Takutu-Fluss und sind wieder in Brasilien (Bonfim). Auf einer sehr guten Straße kommen wir bis Boa Vista gut voran. Dort übernachten wir am Fluss und machen leider mal wieder die unliebsame Bekanntschaft mit den üblen Sand Flies. Mit aufgefüllten Vorräten machen wir uns dann auf den Weg nach Manaus.

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Baustelle an BR 432 von Boa Vista nach Manaus Schmetterlinge am Wegesrand Am Äquator zwischen Boa Vista und Manaus

Das Navi meint, die gegenüber der BR 174 um 60 km kürzere BR 432 sei die schnellste Strecke nach Manaus. Da sich diese aber noch über weite Strecken im Bau befindet, liegt hier wohl eine Fehleinschätzung vor. Insgesamt kommen wir aber doch gut durch.

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Manaus Teatro Amazonas (Opernhaus) in Manaus Im Teatro Amazonas

Nach einer Übernachtung in Presidente Figueiredo treffen wir am nächsten Morgen in Manaus ein. Wir stellen unseren Toyota im auf einem bewachten Parkplatz im Schatten eines Mangobaumes ab und steuern als ersten Punkt das berühmte Opernhaus von Manaus (Teatro Amazonas) an. Dort können wir direkt an einer englischsprachigen Führung durch den von 1884 -96 errichteten Prachtbau aus der Hochzeit des Kautschukbooms teilnehmen. Inneneinrichtung und Baumaterialien wurden fast vollständig aus Europa importiert.

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Reste historischer Bausubstanz in Manaus Zollgebäude im alten Hafen In der Fußgängerzone in der Altstadt von Manaus

Das heutige Manaus, das seit 1967 den Status einer Freihandelszone hat, wirkt sehr geschäftig. Das Warenangebot in den Geschäften und an den Ständen in der Fußgängerzone ist immens.

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In der Fußgängerzone Zusammenfluss von Rio Negro und Solimões Unterwegs auf der BR 319

In Manaus beginnt die legendäre nach Porto Velho führende BR 319. Nach 10 km geht es zunächst mit der Fähre in einer Stunde über den Amazonas. Dabei passieren wir den als "Encontro das Águas" bezeichneten Zusammenfluss von Rio Negro und Rio Solimões (Amazonas), was deutlich an der unterschiedlichen Wasserfarbe zu erkennen ist.

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Kahlschlag im Amazonas-Regenwald Kahlschlag im Amazonas-Regenwald Jetzt erwischt uns doch noch der Regen

Dafür, dass die Straße seit 1990 offiziell geschlossen ist, wird erstaulich viel an ihr gearbeitet. Seit Uwe die BR 319 im Jahr 1998 erstmals befahren hat, wurden zwei Fähren durch große Betonbrücken ersetzt und alle Holzbrücken sind in tadellosem Zustand. In den Bereichen, in denen die BR 319 reine Erdpiste ist, scheint sie größtenteils auch gewartet zu werden. Zumindest in der Trockenzeit wird sie auch wieder von schweren Lkws befahren.

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Viehherden ersetzen den Regenwald Auch die einfachste Hütte hat ihre Satellitenschüssel Kathedrale in Porto Velho

Da es in Porto Velho nicht viel zu sehen gibt, geht es von dort auf guten Straßen zügig weiter entlang des abgeholzten Amazonas-Regenwaldes nach Assis Brasil, wo wir Brasilien vorerst Adieu sagen. Die Landschaft entlang dieses Straßenkorridors durch das Amazonasgebiet spiegelt die Profitgier und Rücksichtslosigkeit der brasilianischen Agrarlobby auf erschreckende Weise wider.

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Grün, aber nicht wirklich schön ... Brandrodung ist an der Tagesordnung Die letzten Zeugen des einstigen Regenwaldes